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Antikapitalist International Algerien
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Regierungsgespräche zwischen Mali und Algerien:
Erweiterte Delegationen tagen in Algier
Der malische Premierminister Gal_Abd_Maiga ist an der Spitze einer hochrangigen Delegation zu offiziellen Regierungsgesprächen in Algerien eingetroffen. Zu der malischen Delegation gehören neben mehreren Fachministern auch der Innenminister sowie Vertreter des Sicherheitsapparats. Auf algerischer Seite nehmen ebenfalls zahlreiche Ressortchefs teil, darunter der Innenminister, der Außenminister und der Verteidigungsminister.
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund der strategischen Neuausrichtung Algeriens in der Sahelregion statt, insbesondere im Hinblick auf die Annäherung an die AES-Staaten (Mali, Burkina Faso und Niger) in den vergangenen Monaten. Ziel der Beratungen ist es, die bilaterale Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen zu vertiefen und gemeinsame Positionen in regionalen Sicherheitsfragen abzustimmen.
Ein Schwerpunkt der mehrtägigen Konsultationen liegt auf der Sicherheitskooperation: Im Fokus steht die verstärkte gemeinsame Bekämpfung terroristischer Banden und bewaffneter Gruppen, die entlang der gemeinsamen Grenzregionen sowie in der zentralen Sahelzone operieren. Die Innenminister beider Länder sind hierbei direkt in die operative Planung eingebunden, etwa beim Austausch von Geheimdiensterkenntnissen, bei grenzüberschreitenden Patrouillen und bei der Harmonisierung von Sicherheitsmaßnahmen.
Darüber hinaus stehen wirtschaftliche Themen im Mittelpunkt. Konkret geht es um den Ausbau des bilateralen Handels, die Förderung staatlicher Investitionen sowie um Abkommen im Infrastrukturbereich – insbesondere im Straßen-, Energie- und Wasserversorgungssektor. Beide Seiten zeigen sich interessiert an langfristigen Partnerschaften, die auch den Wiederaufbau und die Stabilisierung der betroffenen Regionen unterstützen sollen.
Die Regierungsgespräche werden voraussichtlich mehrere Tage dauern und mit der Unterzeichnung gemeinsamer Absichtserklärungen oder Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen. Beobachter werten die Zusammenkunft als wichtiges Signal für eine engere Abstimmung zwischen den Nachbarstaaten in einer sicherheitspolitisch weiterhin angespannten Lage.
Redaktion Afrika, Mali, Algerien, 25.8.2026


Algerien und die AES-Staaten:
Ein neues Bündnis?
Algerien und die Mitgliedsstaaten der Sahel-Konföderation – Mali, Niger und Burkina Faso – kommen sich zunehmend näher. Algerien, flächenmäßig der größte Staat Afrikas, hatte sich bereits in der Vergangenheit von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich gelöst und britische, US-amerikanische sowie französische Konzerne verstaatlicht.
Nach einer Phase der Normalisierung der Beziehungen zu diesen Ländern sah sich Algerien in den letzten Jahren vermehrt Destabilisierungsversuchen ausgesetzt – sowohl von westlichen Staaten als auch von anderen kapitalistischen Mächten. So werden separatistische Bestrebungen unterstützt, und immer wieder dringen bewaffnete Terrormilizen vom zerstörten Libyen aus nach Algerien ein. Von dort aus wurden nicht nur die AES-Staaten infiltriert, auch die Bodenschätze Algeriens gerieten ins Visier der Angreifer.
Vor diesem Hintergrund haben sich Algerien und die AES-Staaten in den vergangenen Monaten spürbar angenähert. Erst letzte Woche gab Algerien eine malische Militärdrohne zurück, die im Grenzgebiet abgeschossen worden war; beide Seiten entschuldigten sich gegenseitig für den Vorfall. Ebenfalls in der letzten Woche übergab Algerien dem Niger militärisches Gerät, darunter drei Hubschrauber. Burkina Faso brach vor wenigen Wochen die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich ab und nahm stattdessen wieder Kontakt zu Algerien auf, das seinerseits erhebliche Differenzen mit Paris hat.
Offenbar unterstützt Algerien nun die Regierungstruppen in den AES-Staaten – mit ersten Erfolgen: Burkina Faso konnte im Norden des Landes in schwer zugänglichem Gelände in die Offensive gehen und befindet sich auf dem Weg, islamistische Terrorgruppen vollständig aus dem Staatsgebiet zu vertreiben. Auch Mali war offenbar frühzeitig über geplante Anschläge informiert worden und konnte Angriffe auf vier Städte im Vorfeld vereiteln sowie bewaffnete Islamistenverbände zerschlagen.
Spekuliert wird zudem, dass Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar oder Saudi-Arabien zunehmend Schwierigkeiten haben, islamistische Milizen zu finanzieren, und dass Frankreich nicht mehr in der Lage sei, diese Gruppen weiterhin auszubilden oder zu führen.
Insgesamt scheint der Widerstand gegen kapitalistische Einflussversuche in Nordafrika und der Sahelzone durch das neue Bündnis deutlich gestärkt – ein Modell, das möglicherweise auch in anderen Regionen West- und Zentralafrikas Schule machen könnte.
Redaktion Algerien, Afrika, 10. August 2026


Schlacht bei Anéfis in Mali:
Tuareg gespalten!
Im Raum der Stadt Anéfis (auch Anefif geschrieben) im Norden Malis kam es zu einer schweren militärischen Auseinandersetzung. Anéfis liegt etwa 100 Kilometer westlich der Stadt Kidal, die derzeit von der Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) kontrolliert wird – einem Zusammenschluss islamistischer Gruppierungen, die unter anderem Al-Qaida nahestehen.

Mit rund 6.000 Einwohnern ist Anéfis kleiner als das früher etwa 30.000 Einwohner zählende Kidal, besitzt jedoch eine verkehrsgünstige Lage und ermöglicht von dort aus die Kontrolle über große Teile der Provinz Kidal. Anéfis gilt als Zentrum der zum malischen Staat gehörenden Tuareg. Dort befindet sich der Sitz des Gouverneurs für die Provinz Kidal, und die Tuareg unterhalten eigene Truppen unter tuaregischem Kommando, die als Teil der malischen Armee (FAMA) geführt werden.

Die separatistische Front de Libération de l’Azawad (FLA), gebildet aus Tuareg- und arabischen Gruppen mit dem Ziel, ein eigenes Reich im Norden Malis zu errichten, hat sich mittlerweile der Dschihadistengruppe JNIM angeschlossen. Die Provinz Kidal steht weitgehend unter der Kontrolle der staatstreuen Tuareg; auch die Stadt Kidal wird weitgehend belagert.

Ab dem 4. Juli marschierten jedoch große militärische Verbände der JNIM von Algerien aus in die malische Provinz Kidal ein und schlossen auch die Stadt Anéfis ein. Die Provinzregierung ging von etwa 1.000 Fahrzeugen aus, darunter gepanzerte Mannschaftstransporter mit Kanonenbestückung, Jeeps, Motorräder, Lastwagen, Artillerieeinheiten und Drohnen. Ziel der JNIM war es, die Stadt Anéfis und die gesamte Provinz Kidal unter ihre Kontrolle zu bringen.

Die Tuareg-Einheiten in Anéfis leisteten jedoch Widerstand und konnten die Stadt halten, wobei sie von Luftstreitkräften der malischen Armee unterstützt wurden. Aus der südlichen Provinz Gao rückte Verstärkung der malischen Armee mit 80 Fahrzeugen an, geriet jedoch in einen Artilleriehinterhalt der JNIM und verlor mehrere Fahrzeuge. Nach mehrtägigen Kämpfen und schweren Verlusten – darunter mehrere gefallene oder verwundete Führer – musste die JNIM die Schlacht schließlich abbrechen. Sie zog sich nach Algerien zurück; im Grenzgebiet rief eine islamistische Frauenorganisation zu Blutspenden auf, da unzählige Verletzte zu versorgen seien.

Das Ergebnis der Schlacht ist ein Sieg der Tuareg und des malischen Staates, der sich in der Provinz Kidal behaupten konnte.

Im Zuge der aktuellen Lage haben sich Mali und Algerien wieder einander angenähert, sich gegenseitig anerkannt und ihre jeweiligen Botschaften wiedereröffnet. Zudem wurden mehrere Abkommen geschlossen, unter anderem wurde der Luftraum für Direktflüge und Überflüge beidseitig freigegeben. Bislang waren die Hauptangriffe gegen Mali von Algerien aus gestartet worden; Nachschub und Logistik wurden von dort nach Mali gebracht. Dies dürfte in Zukunft schwieriger werden.

Die Niederlage ist auch ein Rückschlag für Frankreich, dem vorgeworfen wird, JNIM-Truppen ausgebildet und unterstützt zu haben. Französische Botschafter wurden aus dem Staatenbund der Sahel-Staaten (AES) ausgewiesen.

Die Tuareg sind eine alte Hochkultur, ihr Siedlungsbebiel erstreckt sich über Teile der Sahel Zone, Algerien, Libyen und anderen Staaten, in denen auch andere Kulturen wie diverse Afrikaner, Araber usw. Präsent sind. Die Tuareg wurden seit je her in Konflikte hinein gezogen, zum Beispiel von Frankreich, den Islamisten oder früher von Libyen.

Der malische Staat tut gut daran die Tuareg zu integrieren und ihnen gleiche Rechte wie allen malischen Bürgern zu gewären, nebst Autonomie und Selbstverwaltung innerhalb des malischen Staates.

"Völker" und Kulturen sind auf der ganzen Welt vermischt und Separatismus auf Kosten anderer im "eigenen Staat" ist immer ein Problem mehr und keine Lösung.

Neben der Gleichberechtigung aller ist die gerechte Verteilung der Recourcen sehr wichtig. Mali hat die wervollen Rohstoffe des Landes wie Gold unter Kontrolle des Staates gebracht und ist daher in der Lage, die Menschen in den Provinzen ausreichend zu unterstützen.

Mali und die anderen Sahelstaaten der AES könnten ein Beispiel für viele andere Staaten Afrikas werden.

Redaktion Mali, 12. Juli 2026