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Antikapitalist International Niger
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Nachtrag zum Putschversuch in Niger:
Große Solidarität für die Regierung!
Unser Bericht vom Samstag war zutreffend. Nachzutragen ist die große Solidarität, die der Regierung des Staates Niger zuteilwurde. Die Bevölkerung war für sie auf die Straße gegangen. Algerien entsandte umgehend vier Suchoi-30-Kampfflugzeuge samt Luftbetankungsflugzeugen, um mögliche Interventionen aus anderen Ländern abzuwehren.
Auch der derzeitige Vorsitzende der Konföderation der Sahelstaaten (AES), Ibrahim Traore aus Burkina Faso,  reiste persönlich nach Niger, um seine Solidarität zu bekunden.
Rückblickend war der „Putschversuch" wohl noch schwächer, als wir zunächst angenommen hatten. In einem Stützpunkt nahe dem Hauptstadtflughafen hatte eine Gruppe ein Stabsgebäude besetzt und die Stabsoffiziere als Geiseln genommen. Von dort aus erteilten sie unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Befehle, den Flughafen, das Regierungsviertel und den Fernsehsender zu besetzen. Die betroffenen Einheiten merkten jedoch sehr bald, dass sie falsche Anweisungen erhalten hatten – die Befehle wurden teils nicht ausgeführt, oder es kam rasch zu Klärungen vor Ort. Am Regierungsviertel und am Fernsehsender gab es nach unserer Einschätzung keine nennenswerten Vorfälle.
Am Flughafen sollen Schüsse zu hören gewesen sein; ein ernsthafter Angriff scheint jedoch nicht stattgefunden zu haben. Hätte es irgendwo Kämpfe gegeben, wären sicherlich Spuren sichtbar gewesen.
Wie erwartet versuchten neben französischen auch deutschsprachige Medien und Blogger, Desinformation zu betreiben und die nigrischen Streitkräfte gegeneinander aufzuhetzen –
was jedoch nicht gelang.
Zudem wird spekuliert, dass französische Kampfflugzeuge sowie Truppentransporter von Nigeria oder anderen Ländern für eine Intervention zugunsten Frankreichs bereitgestanden hätten. Eine solche Einmischung wäre jedoch aufgrund des starken Rückhalts für die Regierung gescheitert und hätte in einer schweren Niederlage geendet.
Redaktion Afrika, Niger, 31.8.2026


AES-Staaten alarmiert:
Putschversuch in Niger
Seit dem Morgen des heutigen Samstags hat eine Gruppe innerhalb des Militärs in der Hauptstadt Nigers einen Putschversuch unternommen. Dabei wurde versucht, den Flughafen, das Regierungsviertel und den Fernsehsender zu besetzen
– alles jedoch ohne Erfolg.
Derzeit befinden sich gro
ße
Teile der Bevölkerung auf den Straßen der Hauptstadt N'Djamena, um die Regierung zu unterstützen. Am Flughafen befindet sich auch eine Basis der Eingreiftruppen der AES (Konföderation der Sahelstaaten), über die bei Bedarf schnell Verstärkung für die Regierung herangeführt werden kann. Außerdem gibt es dort eine Basis eines privaten Sicherheitsunternehmens, das im Sold des Staates Niger steht und seinen Hauptsitz in Moskau hat.
Den Putschisten gelang es nicht, den Flughafen einzunehmen; in der Nähe kam es jedoch zu Gefechten. Auch das Regierungsviertel, der Fernsehsender und andere wichtige Stellungen in der Hauptstadt konnten nicht eingenommen werden.
Mit Frankreich und anderen westlichen Staaten verbundene Medien sowie Social-Media-Accounts versuchen jedoch, Verwirrung zu stiften und Regierungstruppen gegeneinander aufzuhetzen. So wird etwa behauptet, dass aus den Provinzen eintreffende Militäreinheiten auf Seiten der Putschisten stünden – was absurd ist. Sämtliche Behauptungen haben sich bei Überprüfung als unwahr erwiesen; diese Versuche sind gescheitert. Der Militärrat hat die Lage unter Kontrolle, und es wird nach den Drahtziehern gefahndet.
Den Möchtegern-Putschisten ging es wahrscheinlich um Gold, Öl und andere Rohstoffe, die in Niger verstaatlicht wurden und die diese Kreise gerne für sich privatisiert hätten. Zudem gibt es kapitalistische Akteure in vielen Ländern, die aktiv versuchen, Niger und alle Staaten der AES-Konföderation zu destabilisieren, um die Rohstoffe unter ihre Kontrolle zu bringen – sie unterstützten den Putsch.
Des Weiteren ist eine strategisch wichtige Gaspipeline in Planung, die von Nigeria über die AES-Staaten Niger und Mali bis nach Algerien verlaufen soll. Diese Trasse würde den Einfluss kapitalistischer Akteure auf das Gas Afrikas deutlich einschränken.
Die Redaktion unterstützt die Regierungen der AES-Staaten wie Niger, weil sie die Rohstoffe des Landes unter staatliche Kontrolle gebracht haben und mit den Einnahmen den Menschen im Sahel wirksam helfen. Besonders bei der Versorgung mit Wasser, Energie, Bildung, medizinischer Versorgung und Infrastruktur wurden in allen drei AES-Staaten große Fortschritte erzielt. Diese Fortschritte waren unmöglich, solange noch westliche Truppen in den Ländern stationiert waren und das internationale Kapital die Rohstoffe für sich ausgebeutet hat.
Redaktion Niger, Afrika, 28. August 2026


Algerien und die AES-Staaten:
Ein neues Bündnis?
Algerien und die Mitgliedsstaaten der Sahel-Konföderation – Mali, Niger und Burkina Faso – kommen sich zunehmend näher. Algerien, flächenmäßig der größte Staat Afrikas, hatte sich bereits in der Vergangenheit von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich gelöst und britische, US-amerikanische sowie französische Konzerne verstaatlicht.
Nach einer Phase der Normalisierung der Beziehungen zu diesen Ländern sah sich Algerien in den letzten Jahren vermehrt Destabilisierungsversuchen ausgesetzt – sowohl von westlichen Staaten als auch von anderen kapitalistischen Mächten. So werden separatistische Bestrebungen unterstützt, und immer wieder dringen bewaffnete Terrormilizen vom zerstörten Libyen aus nach Algerien ein. Von dort aus wurden nicht nur die AES-Staaten infiltriert, auch die Bodenschätze Algeriens gerieten ins Visier der Angreifer.
Vor diesem Hintergrund haben sich Algerien und die AES-Staaten in den vergangenen Monaten spürbar angenähert. Erst letzte Woche gab Algerien eine malische Militärdrohne zurück, die im Grenzgebiet abgeschossen worden war; beide Seiten entschuldigten sich gegenseitig für den Vorfall. Ebenfalls in der letzten Woche übergab Algerien dem Niger militärisches Gerät, darunter drei Hubschrauber. Burkina Faso brach vor wenigen Wochen die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich ab und nahm stattdessen wieder Kontakt zu Algerien auf, das seinerseits erhebliche Differenzen mit Paris hat.
Offenbar unterstützt Algerien nun die Regierungstruppen in den AES-Staaten – mit ersten Erfolgen: Burkina Faso konnte im Norden des Landes in schwer zugänglichem Gelände in die Offensive gehen und befindet sich auf dem Weg, islamistische Terrorgruppen vollständig aus dem Staatsgebiet zu vertreiben. Auch Mali war offenbar frühzeitig über geplante Anschläge informiert worden und konnte Angriffe auf vier Städte im Vorfeld vereiteln sowie bewaffnete Islamistenverbände zerschlagen.
Spekuliert wird zudem, dass Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar oder Saudi-Arabien zunehmend Schwierigkeiten haben, islamistische Milizen zu finanzieren, und dass Frankreich nicht mehr in der Lage sei, diese Gruppen weiterhin auszubilden oder zu führen.
Insgesamt scheint der Widerstand gegen kapitalistische Einflussversuche in Nordafrika und der Sahelzone durch das neue Bündnis deutlich gestärkt – ein Modell, das möglicherweise auch in anderen Regionen West- und Zentralafrikas Schule machen könnte.
Redaktion Algerien, Afrika, 10. August 2026


Goldmine enteignet
Nigers Soldatenräte haben die Verstaatlichung der einzigen industriellen Goldmine des Landes angekündigt und dem australischen Betreiber „schwerwiegende Verstöße" vorgeworfen. Die Revolutionsbehörden verstärken ihre Bemühungen, die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen des Landes zu erlangen.
Die Revolutionsbehörden erklärten, die Mine befinde sich in einer „alarmierenden wirtschaftlichen Lage".
In einem offiziellen Befehl von General Tiani heißt es: „Angesichts schwerwiegender Verstöße und zur Rettung dieses strategisch wichtigen Unternehmens hat der Staat Niger beschlossen, SML zu verstaatlichen."
Redaktion Niger, 11.8.2025

Nachtrag:  Bis April 2026 hat Niger auch die Uran Minen enteignet. Die Betreiberfirma weigerte sich die Umweltschäden wie radioaktiven Staub zu beseitigen.

 

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Soldatenräte Niger verstaatlichen Goldmine, 11.8.2025 Zum Bereich Afrika / Nige auf das Bild klicken