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Kapitalismus von oben: Kapitalistische Politik in Kuba!
Kuba befindet sich seit Jahren immer tiefer in der Krise. Vor allem die Energieversorgung, die seit den 1970er Jahren – als die Sowjetunion Dieselkraftwerke lieferte – nicht mehr modernisiert wurde, bricht mittlerweile überwiegend zusammen. In der Vergangenheit wurde Öl noch vom venezolanischen Regime zur Verfügung gestellt, das jedoch inzwischen vollständig zum US-Kapitalismus übergelaufen ist und nichts mehr liefert. Mexiko und einige andere Länder helfen zwar, aber das reicht nicht aus. Die mangelnde Energie beeinträchtigt die Produktion und Verteilung von Gütern erheblich; auch Schulen, Krankenhäuser und alle Privathaushalte sind betroffen. Die derzeitige Entwicklung war lange absehbar, doch das Regime tat nicht nur nichts, sondern trieb kapitalistische „Lösungen" voran. So wurde viel privatisiert, auch Exilkubaner mit Vermögen und das US-Regime wurden umworben, um auf der Insel zu investieren und Immobilien zu erwerben. Diese Akteure sind natürlich vor allem am eigenen Profit interessiert und daran, immer mehr Kapitalismus und Profitmöglichkeiten zu etablieren. In China und Russland haben längst Kapitalisten die Macht übernommen, und auch deren Firmen hätten dieselben Interessen wie die Kapitalisten der USA. Das Interesse etwa der Führung in Peking, Kuba zu helfen, ist von daher sehr begrenzt, obwohl es leicht möglich wäre. Die Übernahme Kubas und Venezuelas durch die USA dürfte durch die letzten Vereinbarungen zwischen Peking und Washington bekräftigt worden sein. Die sogenannten Linken in Deutschland und Europa sind sich über die Lage in Kuba nicht im Klaren, beziehungsweise haben sie dieselben Entwicklungen hinter sich wie die „kommunistischen" Parteien in Peking und Moskau. Aus deren Sicht sind angeblich nur die Sanktionen der USA an den Missständen auf Kuba schuld; die kapitalistische Politik dort wurde nie kritisiert, und schon gar nicht werden Alternativen vorgeschlagen. Im Ergebnis hilft dies dem Kapitalismus, da sie die kapitalistischen Verhältnisse dort als „Sozialismus" verklären und ihn verteidigen. Mit solcher Oberflächlichkeit können sich Antikapitalisten natürlich nicht begnügen. Widerstand gegen jede kapitalistische Politik muss organisiert werden, und auf antikapitalistische Lösungen muss hingewiesen werden. Der Kapitalismus hat jedoch auch global und in Staaten wie den USA, China und Russland keine Zukunft. Antikapitalisten in Kuba werden früher oder später antikapitalistische Politik aufgreifen und so die Zukunft für alle Menschen lebenswert gestalten. Redaktion Südamerika, Kuba, 21.5.2026
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