Offensive der Jemeniten:
Saudi-Arabien am Abgrund
Der Krieg gegen den Jemen holt Saudi-Arabien nun selbst ein. Raketen und Drohnen schlagen auf saudische Flughäfen und vor allem auf Anlagen des saudischen Ölkonzerns Aramco ein. Ölförderanlagen, die Aramco-Zentrale und Flughäfen wie der in der Hauptstadt Riad wurden schwer getroffen.
Das jemenitische Regime in der Hauptstadt Sanaa ist am Boden weiter in der Offensive, hält weiterhin die eroberte Region an der Einfahrt vom Arabischen Meer in das Rote Meer und marschiert derzeit in die drittgrößte Stadt Jemens, Taiz, ein. Die von Saudi-Arabien finanzierten Söldner sind ständig auf dem Rückzug. Zur Unterstützung seiner Söldner hat Saudi-Arabien großangelegte Luftangriffe auf die Hauptstadtregion Sanaa des Jemen durchgeführt. Nun wurde Saudi-Arabien selbst Ziel der Luftangriffe des Jemen.
Die Auswirkungen der jemenitischen Angriffe sind verheerend. Der saudische Staatsfonds, einer der größten der Welt, und damit der saudische Staat leben hauptsächlich von den Einnahmen, die der Ölkonzern Aramco generiert. Diese Einnahmen wurden jedoch bereits durch die Sperrung der Straße von Hormus im Zuge des Angriffskrieges der USA gegen Iran stark dezimiert. Zudem sperrte die Regierung des Jemen den Eingang zum Roten Meer. Nun sind noch diese verheerenden Luftangriffe hinzugekommen.
Diese Angriffe wirken sich vielfach auf das saudische Regime aus. Durch die Angriffe auf Aramco werden die Öleinnahmen weiter stark zurückgehen; sie machten bisher 60 Prozent der Staatseinnahmen aus. Aber durch die Angriffe auf die Flughäfen werden auch die Einnahmen aus Tourismus und sonstigem Gewerbe stark zurückgehen. Zudem werden erhebliche Wertberichtigungen von Immobilien und Rohstoffen zwangsläufig nötig sein, da in Kriegszeiten alles stark an Wert verliert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Saudi-Arabiens dürfte katastrophal einbrechen und damit erhöhen sich auch die Schulden der Saudis in Prozent vom BIP von derzeit 30 Prozent ganz erheblich, vermutlich um ein Vielfaches.
Eigentlich galt die saudische Armee lange als stärkste in Westasien, stärker als Iran oder Israel. Davon scheint jedoch nichts übrig zu sein; man lässt Söldner für sich kämpfen, solange man sie noch zahlen kann. Vor Kurzem hat Saudi-Arabien auch einen „Verteidigungspakt" mit der Türkei und Pakistan geschlossen. Diese Länder haben auch kleine Beobachtungseinheiten geschickt. Größere Truppenentsendungen brächten für die Saudis jedoch noch mehr Probleme mit sich, da fremde Armeen im Land sicher auch Mitspracheforderungen und Machtansprüche dieser Länder mit sich bringen würden. Zudem lehnen diese Länder das Bündnis Saudi-Arabiens mit Israel ab.Sollten die USA Iran erneut von saudischem Boden und Luftraum aus angreifen, sind außerdem erhebliche Gegenschläge des Iran auf US-Einrichtungen in Saudi-Arabien zu erwarten, was die Lage des Regimes weiter verschlimmern wird.
Die Lage des saudischen Regimes verschlechtert sich immer mehr, es kommt unter die Räder. Und damit auch der Petro-Dollar, dessen Eckpfeiler es ist.
14.10.2026 Weitere aktuelle Artikel auf den Seiten zu Arabien
Saudi-Arabien gegen Jemen:
Neuer Krieg auf der Arabischen Halbinsel
Als Reaktion griffen die Saudis den Hafen von Hudaida im Jemen an. Die Huthi antworteten mit schweren Raketenangriffen unter anderem auf zwei wichtige Raffinerien des saudischen Ölkonzerns Aramco. Diese Brände sind nach Tagen immer noch nicht gelöscht – der Krieg hält an.
Im Jemen war 2014 im Zuge des „Arabischen Frühlings" die korrupte Regierung gestürzt worden. Daraufhin hatte das saudische Regime den Jemen über Jahre hinweg belagert und schwer bombardiert, wodurch Hunderttausende Menschen getötet wurden.
Zudem bauten die Saudis eine eigene „Rebellenarmee" im Jemen auf – dasselbe taten die rivalisierenden Vereinigten Arabischen Emirate. Die vom Iran unterstützten Huthi konnten diese Kräfte jedoch zurückdrängen und kontrollieren inzwischen die wichtigsten Gebiete des Jemen, einschließlich der Hauptstadt Sanaa.
Als vermittelnde Instanz fungiert ein „Präsidialer Übergangsrat", während die saudische Kontrolle über den Jemen in der Bevölkerung weitgehend abgelehnt wird.
Die Huthi hatten vor einigen Jahren durch Gegenangriffe auf saudische Städte das Regime in Riad bereits zu einem Friedensvertrag gezwungen. Dies könnte sich bald wiederholen: Das saudische Königshaus kann sich einen langen Krieg wirtschaftlich nicht leisten, während die Jemeniten wenig zu verlieren haben.
Redaktion Jemen, 27. Juli 2027
Kapitalisten in der Zwickmühle:
Entscheidung am Golf
Der Angriffskrieg der Regime der USA und Israels haben die Monarchien am persischen Golf in eine tiefe Krise gestürzt. Die Monarchen und die ganze Oberschicht in diesen Ländern gehören zu den weltweit reichsten Kapitalisten. Sie haben sehr große Mengen an Kapital in den USA, Europa und auch in afrikanischen und asiatischen Ländern angelegt, unter anderem in Rüstungskonzernen oder der Automobilindustrie. Zusätzlich dürften sie anonym auch sehr viel Kapital Vermögensverwaltern weie Blackrock überlassen haben, wodurch ihr Einfluss noch größer als angenommen ist. Sie sind im globalen Kapitalismus ein sehr wichtiger Faktor.
Die Kleinen Golf Monarchien wurden durch den Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran, der vehement auf alle israelischen und US Amerikanischen Stützpunkte und Einrichtungen zurückschlägt, schwer getroffen. Der Ölexport ist zum erliegen gekommen, noch schlimmer ist das der Import von dringend benötigten Nahrungsmitteln und Trinkwasser kaum noch möglich ist.
Flughäfen, Seehäfen, US Banken und Botschaften und ihre Militärstützpunkte mussten den Betrieb zeitweilig einstellen. Im Gefolge kommen auch keine Touristen mehr und Sie haben ihre Stellung als Drehkreuz im Handel und Verkehr zwischen Asien und Europa verloren, Arbeitskräfte und Agenturen verlassen die Länder, Verträge werden storniert.
Die Emirate und die anderen Golfmonarchien haben zunächst einmal alle ausländischen Vermögen "eingefroren", die Steuerflüchtlinge und die sonstigen Kapitalisten kommen nicht an ihr Geld, zumal die Filialen der Citybank und anderer Großbanken wegen Drohnentreffer schon vorher geschlossen werden mussten.
Die kleinen Golf Monarchien können nichts tun, sollten Sie den Iran mit ihren kleinen Streitmächten angreifen, wird der erst Recht auch auf Sie zurückschlagen. Selbiges gilt falls die USA von ihren Territorien aus eine Offensive mit Bodentruppen wagen sollten, was aber derzeit unwahrscheinlich ist. So oder so, das Kapital und die Macht entgleitet den Herrschenden Klassen in den Golf Monarchien. Als Gestürzte Herrschende Klassen wäre ihr Kapital auch in den USA oder Europa nicht sicher, es könnte als "Entschädigung" enteignet werden und Sie wären wie der Pachlewi Clan nur noch Bittsteller.
Saudi Arabien ist wesentlich größer als die kleinen Golf Monarchien, aber auch Sie sind in der gleichen Klemme. Sie haben bereits ihren Angriffskrieg gegen die Hoothis im Jemen verloren, da diese mit Zerstörung teurer bauten gedröht haben, falls einem Friedensvertrag nicht zugestimmt wird. Der Iran ist aber natürlich eine wesentlich größere Macht und die Hoothis haben angekündigt den Iran nötigenfalls zu verteidigen, wenn Saudi Arabien den Iran angreift. Andereseits beschießt der Iran die Stützpunkte und Militärflughäfen der USA auch in Saudi Arabien. Auch die Saudi Monarchien können derzeit nichts tun, gestatten den USA und Israels derzeit aber die Nutzung ihres Luftraumes. Eine Abkehr von dem "Bündnispartner" USA könnte zum Krieg mit diesen und Israel führen.
Im Irak haben sich praktisch alle politisch und militärisch relevanten Kräfte gegen die USA gestellt. Die Schiiten und ihre Milizen im Süden, die Peschmerga und die anderen Kurden Milizen im Norden und auch die Suniten. Mehrere F14 Kampfflugzeuge, Drohnen und Tankflugzeuge wurden über dem Irak abgeschossen, die Botschaft, Militärstützpunkte und sonstige Einrichtungen immer wieder angegriffen.
Der Krieg am Golf stürzt den globalen Kapitalismus noch viel tiefer in die Krise. Die Menschen überall stellen die legitimität der kapitalistischen Despoten und ihres Systems immer mehr in Frage.
Redaktion Internationales, Arabien, 17.3.2026
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