Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus

200 Jahre Karl Marx:

Karl Marx wurde am 5 Mai vor 200 Jahren geboren. Freunde feiern ihn und Kreise die ihn fürchten "gedenken" ihm. Er hat recht gehabt mit seiner grundsätzlichen Kritik des Kapitalismus und dem Appell an das Proletariat ihn im Klassenkampf zu überwinden. Für die kapitalistischen und staatskapitalistischen Ärzte des Systemes ist sein Wissenschaftlicher Sozialismus noch immer und jetzt erst recht eine vollkommen gegensätzliche Alternative.


Für Karl Marx und Friedrich Engels:150 Jahre „Das Kapital"! 
Vor 150 Jahren wurde von Karl Marx und Friedrich Engels der 1 Band von „Das Kapital" herausgegeben. Noch heute ärgern sich die neoliberale Autoren in kapitalistischen Medien wie der FAZ über dieses Werk das 3 Bände umfaßt. Und sie beschimpfen Karl Marx als „falschen Propheten"  der angeblich nichts richtig vorhergesagt hat.

Dennoch erreicht Karl Marx bei Umfragen nach den „größten Deutschen" regelmäßig einen der vordersten Plätze, weil die Krise des kapitalistischen Systems eben immer aktuell bleibt.

Die Begründer des Marxismus entwickelten den bis dahin und damals utopischen Sozialismus zum wissenschaftlichen Sozialismus weiter.Karl Marx und das Kapital

„Das Kapital" ist nicht das Hauptwerk von Karl Marx und Friedrich Engels, obwohl es wegen dem großen Umfang oft so bezeichnet wird. Grundlage des Marxismus ist der Historische Materialismus und die daraus entwickelte wissenschaftliche Denkweise, der Dialektischen Materialismus. Auf dieser Grundlage entstanden zunächst das Kommunistische Manifest und viele weitere Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels, die Alle heute noch sehr beachtlich sind.

Die Gegner der Kommunisten behaupteten und behaupten bis heute, das kapitalistische Wirtschaftssystem aus Lohn, Preis und Profit würde zu immer mehr Fortschritt führen und die Menschen immer reicher machen, so dass alle Menschen mit diesem Wirtschaftssystem gut leben könnten. Dies war und ist bis heute natürlich auch die zentrale Frage in der politischen Auseinandersetzung. Es war daher richtig und geboten dass Karl Marx schließlich einen Schwerpunkt auf diese Frage legte.

Karl Marx trat mit seinen ökonomischen Werken wie Das Kapital den bürgerlichen Ökonomen entgegen und verteidigte den Kommunismus. Er untersuchte die Bestandteile des kapitalistischen Systems wie das Geld und seine ursprüngliche Akkumulation, Kredite, Aktien und sonstiges Kapital sowie die Koppelung von Löhnen, Preisen und Profiten usw. Dies Verarbeitete er zu mathematischen Formeln und wies damit wissenschaftlich / theoretisch nach, das dieses System vom Grunde her krisenhaft und defizitär ist. Um dieses permanente Defizit ausgleichen zu können, braucht der Kapitalismus ständig Expansion durch das sogenannte Wachstum, durch Vergrößerung der Märkte, durch Ausweitung der Geldmengen, durch immer mehr Verschuldung, durch Vergrößerung der Imperien sowie durch aufblähen der Aktien und Immobilienblasen. Und Karl Marx zeigte das Ende dieses Systems auf und das all die künstlichen Blasen durch den zwangsläufig irgendwann eintretenden „Tendenziellen Fall der Profitraten" scheitern würde.  Wenn das allgemeine Defizit nicht mehr durch die verschiedenen Expansionsmöglichkeiten ausgeglichen werden kann, die Profitraten also allgemein und tendenziell fallend werden,  führt das zu einer Kettenreaktion und der Vernichtung großer Mengen über Generationen aufgehäuften Kapitales, zur Entwertung des Geldes, zur Pleite der Banken, Staaten und Firmen. Das kapitalistische System ist so endlich wie ein Kettenbrief was genau so mathematisch bewiesen werden kann.

Der globale Zusammenbruch hat eigentlich mit der Finanzkrise von 2007 begonnen. Seither wird die Geldmenge des großen Kapitales (M3 ohne M1 und M2) als letztes Mittel durch sämtliche Notenbanken der Welt radiÜberschuldung des Staates die Zinswende einleiten. In dieser Krise wird kal und permanent erhöht und mit diesem „Rettungsschirm" bilden sich letzte Aktien und Immobilienblasen. In den USA unter anderem wurde dieser letzte Bogen bereits überspannt, die wichtigste Notenbank der Welt musste wegen Geldentwertung trotz totaler es sehr bald keinen funktionierenden Rettungsschirm mehr geben. Das Kapital ist jedoch Global und sämtliche Wirtschaften und Währungen sind miteinander verflochten und verbunden, auch Japan, China, Rußland Europa und die USA. Der Zusammenbruch wird daher auch global sein und die kapitalistusche Wirtschaft aller Länder mit sich in den Abgrund reißen.

Karl Marx und Friedrich Engels traten für die Ersetzung des kapitalistischen Systems ein, das Waren für Löhne, Preise und Profite herstellt. Durch die direkte Anforderung, Produktion und Verteilung der Güter durch die Verbraucher und Produzenten selbst und unter ihrer basisdemokratischen Kontrolle soll eine wirtschaftliche Basis für eine ganz neue, eine sozialistische Gesellschaft ohne Klassen geschaffen werden. Dem Kapitalistischen Wert der Waren stellten sie den realen Wert der Güter aus Sicht der Gesamtgesellschaft gegenüber.  Durch solch eine Wirtschaft gibt es kein Defizit mehr das ständig durch Expansion ausgeglichen werden muß. Alle Menschen arbeiten gemeinsam an der Herstellung der benötigten Güter und planen gemeinsam und demokratisch. Der Überfluß an Gütern wird effektiv allen Menschen zur Verfügung stehen und sie werden sich nicht mehr gegenseitig ausbeuten und unterdrücken müssen. Im Gegenteil wird Jeder Mensch eine Bereicherung der anderen sein. Der Fortschritt wird zum Wohle aller Menschen sein und sich nicht mehr gegen sie wenden.

Heute sind nun 150 Jahre Vergangen seit Herausgabe des Ersten Bandes von „Das Kapital". Bürgerliche Ökonomen stellen es auf den Kopf und malen ein Zerrbild des Kommunismus, um ihn als gescheitert darstellen zu können. Doch auch Linke machen manchmal den Fehler „Das Kapital" mit entsprechenden Lesekreisen in den Mittelpunkt zu stellen und dieses Werk zur politischen Ökonomie zum eigentlichen Inhalt des Marxismus zu erklären.

Betrachten wir das 150 jährige Jubiläum der Herausgabe dieses wichtigen Werkes zur politischen Ökonomie doch lieber so wie Marx und Engels das heute selber tun würden, nämlich mit der wissenschaftlichen Denkweise die sie entwickelt haben. Vergrößern wir den Blick auf Raum und Zeit denn wir haben heute 150 Jahre später und können die Geschichte die auf die Herausgabe des „Das Kapital" folgte aus größerer Perspektive beurteilen.

Es folgt die kleine Geschichte des großen Geldes die nun bald zu ende ist. Klein deshalb weil in einem Artikel nur ein grober Überblick gemacht werden kann, genaue Zahlen und Diagramme werden in zukünftigen Werken zur politischen Ökonomie sicher noch von vielen Autoren verarbeitet und diskutiert werden.

Die Industrialisierung hatte in England begonnen. Dort gab es genügend ursprüngliche Kapitalakkumulation durch die Ausbreitung des Empire sowie günstigere Bedingungen mit Verkehrswegen, Handel, Rohstoffen und Gold. Die Erfindung der Dampfmaschinen steigerten die Produktion und die Verteilung der Güter und der Rohstoffe mit Dampfschiffahrt und Dampfeisenbahnen.

Das bürgerliche Frankreich folgte und wurde auch zum imperialen Weltreich während die ursprünglich führenden Regionen um das Mittelmeer zurückfielen. Der Mangel an Rohstoffen wie Süßwasser, Holz, Kohle, Eisen und fruchtbarer Böden hemmte dort die Entwicklung so das der Nord und Ostseeraum wichtiger wurde.

Deutschland folgte mit der Gründung des bürgerlichen Nationalstaates viel später doch war der Binnenmarkt erheblich größer und beschleunigte die Entwicklung. Mit der Industrie wuchs die Lohnarbeiterschaft sprunghaft an. Die USA waren ein noch viel größerer Binnenmarkt und holten noch schneller auf. Die Soziale Frage wurde durch die erkämpften Sozialversicherungen, den Kampf für den 8 Stunden Tag  und  Diäten für Abgeordnete usw. angeblich gelöst.

Die großen Imperien stießen bis 1914 jedoch aneinander, Wachstum war immer weniger möglich da die Welt bereits aufgeteilt war. Wachstum war nur noch auf Kosten der konkurrierenden Imperien möglich und die Blasen drohten in allen Ländern zu platzen.  Es drohte akut der „große Kladderadatsch" wie August Bebel den Zusammenbruch genannt hatte. Der 1 Weltkrieg war das Ergebnis der ausweglosen Krise des Kapitalismus und jeweiliger Versuche diese Krisen auf Kosten anderer Imperien und damit Expansion zu lösen. Millionen Tote und bis dahin nicht für möglich gehaltene Zerstörungen waren das Ergebnis dieser kapitalistischen Krise, die Karl Marx und seine Analyse des Kapitalismus schon damals in der Praxis eindeutig und eindrucksvoll bestätigt hatten.

Der Aufschwung und die Strohfeuer des Kapitalismus hatten jedoch Illusionen in dieses Wirtschaftssystem genährt das es mit ihm immer weiter aufwärts gehen könnte. Der Marxismus als zeitweilig führende Strömung in der Arbeiterklasse wurde durch die Parteibürokratie und deren Theoretiker und Revisionisten wie Eduard Bernstein unterwandert. Zudem behaupteten zentristische Theoretiker wie Karl Kautsky und seine Anhänger wie Wladimir Ulianow, daß der Sozialismus erst in vielleicht 100 Jahren auf der Tagesordnung stünde. Dazu erfanden sie ein angeblich noch kommendes und zusätzliches Stadium des Kapitalismus, den Imperialismus, das dann nun angeblich erst das letzte Stadium vor dem Sozialismus sein würde. Trotz und gerade wegen dieser gravierenden Abänderungen traten sie aber dennoch weiterhin als „Marxisten" auf und beanspruchten, im Namen des Marxismus und Sozialismus zu sprechen.

Marxisten wie die Gruppe Internationale (Spartakisten) verteidigten die ganze Denkweise und die Einschätzung von Karl Marx und Friedrich Engels. Sie versuchten den 1 Weltkrieg mit allen Mitteln zu verhindern und bekämpften die Politik der Bürgerlichen, der Revisionisten und Zentristen, die mit ihren Kriegskrediten den 1 Weltkrieg nicht verhinderten sondern beförderten.

Der 1. Weltkrieg endete mit der Niederlage oder Zerschlagung diverser Imperien wie dem Osmanischen Reich, Österreich-Ungarn, dem Deutschen Kaiserreich und dem zaristischen Rußland. Die Kommunisten organisierten sich aufgrund des Versagens der Sozialdemokratischen Parteien unter Führung der Spartakisten neu.  Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und die ganze Marxistische Führung wurden in den Bürgerkriegen in Deutschland,  Rußland und anderen Ländern jedoch durch bürgerliche, revisionistische und zentristische Kräfte eliminiert, so daß diese auch die Kommunistischen Parteien übernehmen konnten.

Der erste Weltkrieg hatte jedoch die Probleme des Kapitalismus und seines Geldsystemes nicht lösen können. Er wurde im zweiten Weltkrieg fortgesetzt und führte zu noch mehr Millionen Toten, dem Holocaust als nie dagewesenem und einzigartigem Massenmord und wieder zur Verfolgung und Vernichtung der Marxisten, die eine ernsthafte Bedrohung für das krisenhafte System des Kapitalismus darstellten.

In der Sowjetunion als einem in der wirtschaftlichen Entwicklung rückständigem Land hatte sich eine besondere Form des Kapitalismus herausgebildet, auch als Diktatur einer kleinen herrschenden Klasse die Millionen Opfer zu verantworten hat. Das Großkapital  (Geldmenge M3 abzüglich der Geldmengen M1 und M2 ) hatte sich dort im Vergleich zum Weltmaßstab erst gar nicht herausbilden können. Dieses wurde durch den Staat und dessen Bürokratie ersetzt doch blieb auch diese Form des Kapitalismus krisenhaft und anderen Formen des Kapitalismus langfristig unterlegen. 

Nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich im Westen endgültig der Kapitalismus nach britischer und US amerikanischer Prägung durch. Im Osten der Staatskapitalismus der seinen Bereich vergrößern konnte. Auch China, Vietnam, Äthiopien, Angola und mehrere rückständige Länder oder Ex Kolonien übernahmen eine Form des Staatskapitalismus mit Diktatur einer Bürokratie.

In den folgenden Jahrzehnten näherten sich der westliche Kapitalismus und die staatskapitalistischen Länder immer mehr an. Letztere bildeten aus den Reihen der Staats und Parteibürokratien nach westlichem Vorbild und mit westlicher Hilfe selbst einen großkapitalistischen Bereich heraus und vereinigten sich mit dem globalen Kapitalismus.

Hier sind wir nun angekommen in der heutigen Zeit wo das  vereinigte Großkapital die ganze Welt regiert und immer mehr zu einer kriminellen Mafia mutiert.

Die Krisen des Kapitalismus sind jedoch geblieben und haben sich immer mehr zugespitzt. Es gibt nun keine nennenswerten Möglichkeiten der Expansion mehr da praktisch die ganze Welt dem Großkapital unterworfen ist. Und die kapitalistischen Blasen sind nun derart aufgebläht das sie platzen müssen. Alle Zentralbanken erhöhen verzweifelt die Geldmengen um das Platzen der riesigen Immobilienblasen, Aktienblasen und weitere Banken und Staatsbankrotte zu verhindern. Kriege können den Zusammenbruch nur noch beschleunigen.

Weltkriege und zahllose andere Kriege, Diktatur, Faschismus und Umweltzerstörungen waren Mittel und Versuche den Zusammenbruch  des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu verzögern. Der Marxismus ist eben kein Determinismus und Subjektive Faktoren spielen eben auch eine Rolle. Mit unsäglichen Verbrechen gegen die Menschheit konnte das kapitalistische Wirtschaftssystem länger überleben.

Man kann die Realität nicht verleugnen, verbieten oder unterdrücken, sie ändert sich dadurch nicht. So kommen wir eben immer wieder auf Das Kapital und den Marxismus zurück, weil er eben objektiv und wissenschaftlich ist.

Danke Karl Marx und Friedrich Engels. Hätte man auf euch gehört dann wäre der Menschheit sehr viel erspart geblieben. In Zukunft wird man euch erst noch richtig verstehen und zu schätzen wissen.  Spätestens wenn die Menschheit den Kapitalismus überwunden haben wird.

Siegfried Buttenmüller  29.8.2017