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Glyphosat usw. verbieten?


Bild: UMweltbüro München e.V.

25.10.17
DebatteDebatte, Umwelt, Ökologiedebatte 

 

Von Siegfried Buttenmüller

Das Gift ist der Kapitalismus !

Herbizide, Insektizide und Fungizide werden beim Anbau von Obst, Gemüsen und Getreiden in großen Mengen eingesetzt. Mehr und mehr stellt sich dies jedoch als eine gefährliche Sackgasse heraus.
Glyphosat ist ein „Unkrautvernichtungsmittel" (Herbizid) das eingesetzt wird, um großflächig Monokulturen und überzüchtete Sorten im Anbau rentabel zu machen. 
Das Wachstum der Unkräuter wird verhindert und so wachsen die angebauten Sorten schneller und besser. Und der Anbau möglichst gleichartiger und hochgezüchteter Produkte wird möglich, die das ernten, sortieren und handeln mit den Produkten erleichtern. 
Allerdings führt der Einsatz der Herbizide mit der Zeit zu resistenten Unkräutern denen die Herbizide nichts mehr anhaben können. Diese breiten sich dann in den Monokulturen erst recht aus. Hinzu kommen schädliche Eigenschaften der Herbizide für Menschen und Tiere. So wurde festgestellt das Glyphosat beim Menschen Krebs auslösen kann und auch sehr schädlich für Bienen und andere Insekten ist.

Das Verbot von Glyphosat ändert an den Problemen jedoch nichts. Man wird auf andere Herbizide ausweichen die aber alle noch problematischer sind. 
Hinzu kommt das nicht nur Herbizide eingesetzt werden sondern auch Insektizide und Fungizide und hier bestehen selbige Probleme wie bei den Herbiziden und resistenten Unkräutern. Es bilden sich mit der Zeit resistente Schadinsekten und Pilzerkrankungen heraus, die mit immer mehr und immer neuem Gift bekämpft werden müssen. 
So trat in den letzten Jahren beim Obst die Kirschessigfliege vermehrt auf und richtete große Ernteschäden an, weshalb Wein zum Beispiel in vielen Gebieten 27 mal im Jahr nur gegen diesen Schädling mit Insektizid behandelt werden muss, wie Winzer berichten. Hinzu kommen Mehltauarten als immer resistentere Pilzerkrankungen gegen die immer öfter im Jahr und nach jedem Regen gespritzt werden muss, um die Ernte zu schützen. 
Auch z.B. die Braunfäule Pilzerkrankung die Gemüse gerne befällt, werden immer resistenter. Hinzu kommen zahlreiche Andere Pilzerkrankungen und Schadinsekten, gegen die gespritzt werden muss.

Ein Verbot einzelner Mittel wie Glyphosat wird praktisch nichts ändern oder nützen da dann andere Mittel, die in der Regel noch gefährlicher und noch schädlicher sind, verwendet werden. Oder man verbietet alles aber dann gibt es bei dieser Produktionsweise eben keine oder nur geringe Ernten. Der Agrarsektor steckt in einer Sackgasse die durch die zweifelhafte Wertermittlung als Privatprofit verursacht ist. Eigentlich dürfte das Problem allen klar sein und auch die Lösung.

Es braucht viel weniger Monokulturen und dafür gemischten Anbau und dazu die Wiedereinführung alter Sorten die nicht so anfällig sind. Außerdem ist die Abschaffung der Massentierhaltung in Ställen nötig denn das meiste Herbizid wird nur für die Herstellung der Futtermittel benötigt. Durch mehr natürliche Weidehaltung auf Streuobstwiesen bräuchte es solch großflächigen Futtermittelanbau wie derzeit gar nicht, die Flächen könnten ökologisch sinnvoll genutzt werden. 
Zudem würde die direkte Verwendung der Getreidesorten zur Produktion von vegetarischen Nahrungsmitteln große Flächen der Monokulturen für Futtermittel einsparen, da der Umweg über Tierfütterung nicht effizient und total verschwenderisch ist. 
Moderne Anbaumethoden mit intelligentem Fruchtwechsel und zusätzlich mehr Gewächshäuser machen außerdem den Einsatz von Herbiziden, Fungiziden und Insektiziden unnötiger.

Der Wert den die Chemische Industrie mit all den Herbiziden , Fungiziden und Insektieziden schafft ist also zum großen Teil nur ein Scheinwert, letztlich nur Privatprofit aber für die Umwelt und die Gesellschaft eine Last. Monokulturen verursachen aber weiteren unnötigen Aufwand für Spritzmaschinen, Traktoren, Kraftstoffe, Stahlerzeugung, Transporte, Lagerhaltung, Instandhaltung usw. die zum Teil eingespart werden könnten.

Auch in diesem Bereich könnten und müssten kapitalistische Lohnarbeitsplätze in großer Zahl eingespart werden. Profit, Lohnarbeit und das ganze kapitalistische System haben auch auf diesem Sektor keine Zukunft. Die Menschen hätten ohne dieses veraltete System viel mehr Zeit auch um in die Natur zu gehen und sich um das Wachstum der Pflanzen und die Ernte zu kümmern. Die Gesellschaft wäre nicht nur viel reicher sondern auch viel gesünder und die Umwelt intakter. 
Das eigentliche Gift das abgeschafft gehört ist nicht nur das Glyphosat sondern überhaupt der Kapitalismus.

 

25.10. 2017
Siegfried Buttenmüller


Trump kündigt das Klimaabkommen: Kapitalismus zerstört das Weltklima! 


Bildmontage: HF

04.06.17
DebatteDebatte, Umwelt, Ökologiedebatte 

 

Von Siegfried Buttenmüller

US-Präsident Trump hat verkündet, dass sich die USA nicht mehr an das UN Klimaabkommen halten werden, welches 2015 in Paris abgeschlossen wurde. Weltweit gibt es scharfe Proteste von Regierungen, Umweltverbänden, sowie auch von Konzernen usw.

Trump begründet seine Politik damit, dass die USA benachteiligt würden und viele Arbeitsplätze in den USA durch das Abkommen wegfallen würden. So möchte er z.B. den eigentlich unrentabel gewordenen Kohlebergbau wieder fördern um für die Bergleute Arbeitsplätze zu schaffen. „USA zuerst" ist seine Devise und globale Verantwortung wird von ihm strikt abgelehnt. Zudem bezweifelt er den Sinn des Abkommens, das weltweit den Temperaturanstieg wenigstens verlangsamen soll, indem die Freisetzung von CO² und anderer Treibhausgasen verringert werden soll.

Der Aufschrei weltweit ist groß und die US Regierung ist isoliert, auch in den USA selbst. US Außenminister Tillerson versucht die Wogen zu glätten und verweist darauf, dass die USA eine „großartige Bilanz" beim Klimaschutz habe.

Gerade beim Klimaschutz zeigt sich jedoch wie überholt und gestrig das kapitalistische Wirtschaftssystem ist, mitsamt den politischen Strukturen die darauf aufbauen. Eine Weltinnenpolitik ist nötiger denn je, weil das Überleben der Menschheit nur noch global gesteuert werden kann, und nicht von einzelnen Regierungen die nur nationale Interessen verfolgen. Das Weltklima kennt keine Grenzen von Staaten und gegen die Klimaerwärmung helfen keine Mauern.

Das Klimaabkommen von Paris ist vor allem eine allgemeine Absichtserklärung den dramatischen Anstieg der Temperaturen mit all seinen katastrophalen Folgen wenigstens zu verlangsamen. Die Staaten haben sich jeweils dazu verpflichtet einen Beitrag zu leisten und zum Beispiel den CO² Ausstoß zu senken.

Die Klimaerwärmung stellt jedoch das kapitalistische Wirtschaftssystem mitsamt seiner Gesellschaft und den politischen Strukturen in Frage.

Das fängt bereits damit an wie der CO² Ausstoß eigentlich für jedes Land allein gemessen und bemessen werden soll. In den USA sind zum Beispiel Industriestädte wie Detroit zu Geisterstädten geworden, Autoindustrie samt Zulieferer wie die Stahlindustrie produzieren viel weniger und damit sinkt der CO² Ausstoß auf das Land berechnet natürlich deutlich. Autos und auch Rohstoffe wie Stahl werden jedoch verstärkt importiert und global gesehen ändert sich am CO² Ausstoß daher wenig. Andererseits gibt es in den USA neue Weltkonzerne mit Billionen Umsätzen wie Google, Microsoft, Facebook und Finanzkonzerne wie Black Rock die Kapital aus der ganzen Welt ansaugen und auch wieder auf der ganzen Welt profitbringend investieren, zum Beispiel auch in die Autoindustrie oder Stahlindustrie in Asien oder Europa. Man verlagert die CO² Freisetzung also lediglich in andere Länder, umgerechnet je Einwohner und Verbraucher sinkt der CO² Ausstoß jedoch nicht.

Ein anderes Beispiel das die Unsinnigkeit der Bemessung des CO² Ausstoßes pro Land verdeutlicht wäre Saudi Arabien. Das Land hat wenig Industrie und damit wenig CO² Ausstoß, und es wird auch wenig geheizt,  da das Klima schon warm ist und Strom ist Dank starker Sonne beliebig und umweltfreundlich produzierbar. Also im Prinzip auf das Land gerechnet eine sehr gute CO² Bilanz. Aber es gibt sehr viel Saudisches Kapital das in der Autoindustrie usw. weltweit einen bestimmenden Einfluss hat und zum Beispiel auch den Elektroantrieb dort ausbremsen kann. Und es gibt sehr viele reiche Saudis die 30 Sportwagen von Ferrari, Porsche und ähnlichen Marken haben. Viele Länder haben aus verschiedenen Gründen einen geringen CO² Ausstoß, weil sie benötigte Güter nicht selbst produzieren können. Sei es, weil es an Wasser fehlt, wegen Fachkräftemangel, Kapitalmangel, Rohstoffmangel oder einfach eine ungünstige Lage die hohe Transportkosten verursachen würde. 

Andere Länder wie Deutschland, Japan, China usw. produzieren und exportieren viel und damit auch verhältnismäßig viel klimaschädliche Abgase, weil Güter auch für andere Länder mitproduziert werden.

Eine Berechnung des zulässigen CO² und sonstigen Ausstoßes klimaschädlicher Gase pro Person anhand des Verbrauches von Gütern wäre schon sinnvoller, anstatt je Land und anhand des Gesamtausstoßes. Beim Kauf von Gütern könnte so immer der Treibhausgasausstoß zu addiert werden bis zum einheitlichen persönlichen Limit, was auch die soziale Frage und letztlich die Systemfrage positiv beantworten würde.

Trump will jedoch an der sozialen Ungleichheit und am Nationalstaat festhalten und vor allem „Arbeit" in den USA schaffen. Lohnarbeit bildet jedoch mit Profit und Preis das kapitalistische Wirtschaftssystem. Auch in Deutschland und anderen Ländern wird an der schädlichen Produktion von Verbrennungsmotorfahrzeugen z.B.

festgehalten, weil es sonst einen großen Verlust von Lohnarbeitsplätzen und Profit gibt und man den Kapitalismus nicht ersetzen will. Es ist jedoch nicht möglich diesem Grundgefüge des Kapitalismus, nämlich Lohn, Preis und Profit weitere Pfeiler wie Umwelt oder Soziales dauerhaft einzufügen und daher kann es nur komplett ersetzt werden.

Der einzig wirkliche und beste Klimaschutz beginnt daher mit einem bedingungslosen Einkommen für alle und der radikalen Begrenzung der Vermögen und Einkommen nach  oben. Dadurch wird niemand mehr auf Lohn und Profit angewiesen sein und auch nicht auf nationale und bürokratische Strukturen. Und wir alle werden gemeinsam viel mehr Zeit haben über dieses System und Alternativen nachzudenken. Die Menschen werden gemeinsam die benötigten Güter produzieren und verteilen können und auch besser und nachhaltig für eine intakte Umwelt sorgen können.

Siegfried Buttenmüller  5.5.2017


Die Wasserköpfe müssen weg! 


Bildmontage: HF

31.08.16
UmweltUmwelt, Ökologiedebatte, Debatte 

 

Die EU „Regulierungswut" erreicht die Duschkabinen

Von Siegfried Buttenmüller

Wasser ist der wahre Reichtum Deutschlands und einiger Länder. Es ist jedoch Wahlkrampf und der fordert seine Opfer. Seit mindestens 5 Jahren wird eine neue EU Verordnung diskutiert, nach der alle neu produzierten Duschköpfe einen Wasser Stop Knopf haben müssen. Also kein lästiges suchen beim Duschen nach dem Wasserhahn um das Wasser zwischenzeitlich abzustellen und Wasser / Abwasser zu sparen. Nun wären die Diskussionen eigentlich endlich beendet gewesen doch der Wahlkrampf ist populistischen Politikern wichtiger als notwendige Sachentscheidungen zu treffen. Von Populisten bis zur Bundeskanzlerin Merkel und zu EU Parlamentspräsident Schulz tönt es von der angeblichen „Regulierungswut" der EU.

Das Teil am Duschkopf um das es geht, kostet derzeit ohne Massenproduktion 2,50 € und würde in der EU den Wasserverbrauch von ganz Dänemark einsparen. Weltweit könnten damit noch viel mehr Wasser gespart werden. Dass sehr viele Länder in Europa großen Wassermangel haben ist bekannt. Aber auch in Deutschland wird Wasser immer knapper. Stuttgart hat zum Beispiel zu wenig Wasser und muß es teilweise von 150 Km heranpumpen. Großstädte und immer mehr Kleinstädte haben einen stetig steigenden Wasserbedarf und Pumpen von immer weiter und immer tiefer Wasser heran. Aufbereitetes Flußwasser ist als Trinkwasser und überhaupt minderwertig, so dass Regionen an Unterläufen der großen Flüsse oft gar kein „richtiges" Wasser haben, da es belastet ist.

Dramatisch ist die Lage in vielen südeuropäischen Ländern wo Wasser rationiert werden muß und wegen Trockenheit gefährliche Waldbrände entstehen und sich Wüsten ausbreiten. Auch in Kalifornien in den USA breiten sich aufgrund Wassermangels Waldbrände aus. Dort stellt man auch bevorzugt Arbeitersiedlungen einfach das Wasser ab da die Metropolen es verschwenden. Eines der wasserreichsten Länder wie Deutschland importiert in Form von Melonen und Früchten große Mengen Wasser aus Wassernotstandsgebieten. Erst recht in Afrika ist große Dürre aber auch dort reißen Konzerne das Wasser an sich um es zu exportieren, dort hin wo angeblich Überfluß an Wasser ist. Die Wüsten breiten sich aus so das die Menschen keine Perspektiven mehr haben und sich in weiten Regionen nicht mehr halten können.

Daran zu denken ist jedoch zu viel verlangt von Populisten und Wahlkrämpfern. Ihnen geht es um Posten, Pfründe und nicht um dringend nötige Entscheidungen, die für Milliarden Menschen längst lebensnotwendig und längst überfällig sind. Wasser ist lebensnotwendig und Reichtum, wer es in der Weise vergeudet tötet zahllose Menschen die es brauchen.

Und so suchen die Populisten und Wahlkrämpfer und sonstige Wasserköpfe nach „Argumenten", weshalb Wasser angeblich genug vorhanden ist und die EU angeblich nicht in die Duschköpfe gehört.

Natürlich gibt es Verkeimungen wenn man nie spült doch wer tut das. Natürlich muß man die Abwasserleitungen spülen aber es bleibt eben mehr Wasser übrig wenn gespart wird. Und das übrige Wasser braucht man auch nicht wegspülen in die Kloaken und die Salzmeere sondern kann es da hin bringen wo es bitter nötig ist. Also in den größten Teil von Europa, Afrika, Amerika und dem Rest der Welt. Ein Tanker faßt 250 Tausend Tonnen Wasser und das ist eine ungeheure Menge die den Bedarf sehr vieler Menschen, Tiere und Pflanzen eines ganzen Landes lange decken kann. Und man kann viele Wassertanker haben oder Wasserleitungen nach Afrika z.B. bauen, so daß sich wieder Wälder, Felder und Wiesen etablieren können.

Wasser ist Menschenrecht doch steht das leider wie vieles nur auf dem Papier denn die Realität ist für Milliarden Menschen eine ganz andere..

Die halbe Menschheit hat Durst doch scheint das faßt wie gewollt. Was denken sich Bürokraten, Populisten und die ganzen Wasserköpfe eigentlich wer sie sind?

Der Wasserkopf der Gesellschaft muß weg !

Siegfried Buttenmüller, 31.8.2016


 
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